Landesverband Bremen e.V.
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Seniorpartner in School
NORDSEE-ZEITUNG - vom 08.05.2017

Bei Streit: Senioren helfen aus - Schule am Ernst-Reuter-Platz nutzt Angebot von Mediatoren im Rentenalter - Schüler profitieren davon

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radiobremen- vom 27.02.2017

Wenn Rentner wieder zur Schule gehen - Pubertierende Schüler und Rentner - passt das zusammen?

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Projekt beginnt nach den Ferien

Von Martina Albert

 BREMERHAVEN. Nordsee-Zeitung  Donnerstag, 23. Juni 2016

 

Streit schlichten, zuhören, ansprechbar sein – das sind die Ziele, die sich der neu

gegründete Verein Seniorpartnerin School setzt. Auf Anregung der Freiwilligenagentur hat sich

Anfang des Jahres eine Gruppe von Senioren zusammengefunden, die sich auf ehrenamtlicher

Basis in den Schulen der Stadt als Mediatoren einbringen wollen.

Bald geht es los. Nach den Sommerferien fällt der

Startschuss an der Humboldtschule. Weitere Schulen haben Interesse angemeldet, Mitstreiter

sind sehr willkommen. Sogar bekocht wurden sie von den Schülern der Humboldtschule

schon, erzählt Evelyn Hoffmann begeistert. „Wir sind so herzlich aufgenommen worden,

das war ganz prima“, freut sich die 62-Jährige. Zwei Wochen lang hat sie sich zusammen mit

anderen Ehrenamtlichen insgesamt 80 Stunden intensiv ausbilden lassen, viel über Mediation

und Konfliktlösung gelernt. „Es war intensiv, aber auch hochspannend“, sagt sie.

Die 62-Jährige ist Vorsitzende des neu gegründeten Landesverbandes Bremen. Denn das Projekt

Seniorpartner in School gibt es mittlerweile in fast allen Bundesländern.

Die hiesige Freiwilligenagentur gab im Frühjahr den Anstoß, das Projekt nach Bremerhaven

und damit ins Bundesland Bremen zu holen. Zu einer Informationsveranstaltung kamen

nicht nur viele interessierte Senioren, sondern auch Lehrer und Schulleiter. „Das Interesse ist

seitens der Schulen groß“, freut sich Birgitta Fischer von der Freiwilligenagentur.

Die Seniorpartner hätten einen Vorteil gegenüber schulinternen Angeboten: „Sie gehören nicht

zum System Schule und sind deshalb für die Kinder und Jugendlichen leichter anzusprechen.

Auch deshalb, weil sie als ältere Menschen einen Vertrauensvorschuss genießen, schließlich

könnten sie Omi und Opi sein“, erklärt Birgitta Fischer. Dass Gelassenheit, Wärme und

ehrliches Interesse gut bei den Schülern ankommt, diese Erfahrung haben Evelyn Hoffmann

und ihre Mitstreiter im Kontakt mit den Humboldtschülern schon gemacht. Denn derzeit richten

sie an der Schule ihr Büro ein. Die eigentliche Arbeit geht aber erst nach den Ferien los.

Gearbeitet wird in drei Zweier-Tandems. „Damit werden wir drei Vormittage in der Woche die

Zeit von 9 bis 13 Uhr abdecken“, sagt Evelyn Hoffmann. Lösungen ohne Druck

Dabei geht es nicht darum, Konflikte für die Schüler zu lösen, sondern die jungen Leute dabei

zu unterstützen, selbst zu einer Lösung zu finden. „Wir bieten gewissermaßen Hilfe zur

Selbsthilfe“, so Evelyn Hoffmann. „Es funktioniert aber alles nur auf freiwilliger Basis seitens der

Schüler, Konflikte lassen sich nur ohne Druck von außen lösen.“ Und so setzten die Seniorpartner,

darauf, dass sich ihr Angebot und die offene Tür des Senioren-Zimmers in der Humboldtschule

schnell herumspricht.

Die 62-Jährige ist im Herbst 2015 in Altersteilzeit gegangen. Die Pädagogin, die eine Kita in

Leherheide geleitet hat, wollte auch im Ruhestand aktiv bleiben.

„Dafür habe ich einfach viel zu gerne mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet“, sagt sie und

lacht. Die Infoveranstaltung Anfang des Jahres kam da gerade zur rechten Zeit.

Dass sie allerdings gleich Landesvorsitzende eines neuen Vereins werden würde, damit hatte

sie nicht gerechnet. Und doch: Sie und die anderen sechs Mitglieder freuen sich auf ihre neue

Aufgabe. Auch die Schulen verfolgen das neue Angebot mit großem Interesse, betont Birgitta Fischer,

die den Verein in den ersten Monaten begleiten wird. Zahlreiche weitere Schulen hätten schon Interesse

angemeldet, ebenfalls einen Seniorpartner-Stützpunkt an ihrer Schule einzurichten.

„Es werden also dringend weitere Freiwillige gesucht“, macht Birgitta Fischer Werbung.

Eine besondere Qualifikation brauchen die Senioren nicht, außer Interesse an der Arbeit mit

jungen Leuten und Empathie. Allerdings müssen sie die 80-stündige Ausbildung durchlaufen.

„Um die Ausbildung zu finanzieren sind wir auf Spenden angewiesen“, ergänzt Evelyn Hoffmann.

Wer also das Projekt gut findet, aber selbst nicht mitmachen möchte, kann den Verein auf diese

Weise unterstützen. Informationen gibt es unter ⯑ 3 09 46 60.

www.seniorpartnerinschool.de